Pilotentochter – Fernweh-Thriller

Heute nehmen wir Euch mit auf Reisen – mit der „Pilotentochter“ – dem Fernweh-Thriller von Christiane Landgraf. Das Buch ist vor nunmehr einem Jahr erschienen und wir haben Christiane gefragt, wie sie das letzte Jahr empfunden hat, was ihre Idee für das Buch war und wie sie die Zukunft in der Reiserei sind. Wir freuen uns sehr, dass Christiane sich die Zeit für uns genommen hat.

Liebe Christiane, vor wenigen Tagen war der 1. Buchgeburtstag der „Pilotentochter“. Erstmal herzlichen Glückwunsch von uns dazu. Mitten im ersten Lockdown ist das Buch im Wellengeflüster-Verlag erschienen. Was war persönlich Dein schönster Buchmoment in diesem ersten Jahr?

Definitiv die, in den Oktober verschobene, Premierenlesung in Dittelbrunn, der Ort in dem ich auch aufgewachsen bin. Es war so schön, einmal wieder persönlich mit meinen Lesern in Kontakt zu treten. Es war natürlich auch ein absolutes Highlight, dass der Bürgermeister von Dittelbrunn die Veranstaltung eröffnet hat. Der lokale Filmemacher Rüdiger Wolf sorgte sowohl für musikalische Untermalung im Filmstil als auch für einen Livestream des Anfangs für alle, die nicht kommen konnten. Wir hatten durch Corona eine recht begrenzte Teilnehmerzahl. Aber sogar die Lokalpresse war vor Ort. Ein richtiges Veranstaltungs-Feeling in dieser außergewöhnlichen Zeit, in der „das Normale“ plötzlich zur Ausnahme wird.

Pilotentochter Cover fernweh-thriller
(C) Wellengeflüster-Verlag

Die „Pilotentochter“ ist ein echter Fernweh-Thriller, wie entstand eigentlich die Buchidee?

Im Outdoor-Whirlpool unseres Chalets in Maria Alm (Österreich), auf einem Firmenausflug meines Mannes im Sommer 2017, haben sich plötzlich die ersten Ideen in meinem Kopf formiert. Es sind eigentlich immer meine eigenen Reisen, auf denen es Klick macht, und die Inspiration ist plötzlich da. Und obwohl die Handlung nun überall auf der Welt, nur nicht in Österreich spielt, kamen mir dort die grundlegenden Ideen, auch hinsichtlich der Schauplätze. Ich musste mir sofort ein Handtuch schnappen und vom Pool an den Balkontisch wechseln, um meine Ideen festzuhalten und erste Szenen und Dialoge niederzuschreiben.

Nun, die Handlung baut auf zwei Komponenten auf: Einmal darauf, dass Berufe, wie der des Piloten, mit einem ganz eigenen Arbeitsrhythmus doch eine große Herausforderung für eine Partnerschaft darstellen. Vor allem aber darauf, dass mit einer wachsenden Anzahl an Möglichkeiten in unserer immer schnelllebigeren Welt, zwischen Digitalisierung und Globalisierung, auch ein wachsender Druck einhergeht, den gerade Frauen oft noch mit einer gehörigen Portion Perfektionismus selbst verstärken. Irgendwie scheint auch die gesellschaftliche Erwartungshaltung an Frauen eher als bei Männern zu sein, dass sie an allen Fronten (Mutterrolle, Hausfrauentätigkeit, Karrierefrau, Aussehen, Ehefrau …) brillieren müssen. Zunehmend sieht man Frauen daran zerbrechen. Was bei Männern selbstverständlich ist, nämlich sich für immer oder für einen Lebensabschnitt hauptsächlich auf ein oder zwei Teilbereiche zu fokussieren, scheint für Frauen nicht zu gelten.

Dieser Gedanke treibt mich schon lange um und auch ich habe Lebensphasen, in denen diese Problematik mich mehr oder weniger betrifft. Mein – im Wellengeflüster Verlag – erschienener, romantischer Fernweh-Thriller „Pilotentochter“ basiert auf dieser Beobachtung. Meine Protagonistin Leila, die Mutter von Jana, der Pilotentochter, reibt sich zwischen den eigenen Wünschen, ihrer Vorstellung vom gesellschaftlich-perfekten Selbst und den Erwartungen ihres direkten Umfelds auf. Das Buch bietet also mehr als Urlaub im Kopf, Hochspannung und humorvolle Szenen.

Es ist eine Liebeserklärung an alle Frauen. Ich möchte sie ermutigen, nicht ständig dem hinterherzurennen, was sie glauben, sein zu müssen, um sich nicht zu blamieren. Es motiviert Frauen, die zu sein, die sie sein möchten. Denn Everybody’s Darling ist eben in aller Regel kein bisschen glücklich und zu allem Überfluss oft auch noch Everybody’s Depp.

Christine Landgraf auf Mauritius, pilotentochter, fernweh-thriller
(C) Christiane Landgraf; Siebenfarbige Erde, Mauritius

Brasilien, Mauritius … da kommen Bilder gerade in dieser Zeit in die Köpfe der Leser. Hast Du alle Schauplätze des Buches „Pilotentochter“ selbst besucht?

Ja, alle – Sebastian ist Pilot und reist im Buch auf der ganzen Welt herum, da kann ich nicht mithalten. Aber ich reise gern und viel und habe bis in die Südsee (Vanuatu) schon sehr viele Facetten unserer wundervollen Erde erkundet.

Meine schönsten Reiseerfahrungen sind zu den Hauptschauplätzen in meinem Buch geworden. Die Leser dürfen sich auf authentische und lebendige Schilderungen freuen. In meinen romantischen Fernweh-Thrillern machen die Leute Urlaub im Kopf. Ich schildere nicht nur, wie etwas aussieht, sondern vor allem, was man fühlt, wenn man beispielsweise ein Naturwunder wie die Iguazú- Wasserfälle hautnah erlebt. Brasilien, Thailand und Spanien kenne ich durch eigenen Reisen.

Auf Mauritius habe ich sogar einmal für 5 Monate gelebt und dort auch in der Hotellerie gearbeitet. Auch in dieser Branche gibt es persönliche, amouröse Verstrickungen; ganz so, wie man es der fliegenden Zunft im Volksmund ebenfalls nachsagt. Das findet sich auch in meinem Fernweh-Thriller „Pilotentochter“ wieder. Von der Poolparty mit Kollegen bis hin zum Ficktogramm, das viel nützlicher ist als das Organigramm, gibt es den ein oder anderen Blick hinter die Kulissen des allgemein bekannten und unschuldigen „Willkommen im Paradies“ der Flitterwocheninsel.

Glaubst Du, dass der Corona-Virus das Reiseverhalten von uns Menschen in Zukunft nachhaltig beeinflusst und wenn ja, wie?

Nachhaltig? Nein! Kurz- bis mittelfristig wahrscheinlich schon. Wenn die Reisebranche wieder so richtig durchstarten darf, wird es spannend sein zu sehen, was passiert. Bekommt man eher Schnäppchen angeboten, weil alle Veranstalter gleichzeitig wieder Kunden anwerben wollen? Oder muss man eher mit drastisch gestiegenen Preisen rechnen? Denn durch ausgemusterte Flugzeuge, verschrottete Kreuzfahrtschiffe oder Hotels, Bars und Restaurants, die in der Coronakrise in Konkurs gingen, wurden Kapazitäten verknappt. Vermutlich wird beides vorkommen.

Viele, so auch ich, haben durch die Coronakrise ihren Job verloren (auch ich war hauptberuflich in der Touristikbranche tätig). Diese Menschen können entweder aus finanziellen Erwägungen nicht sofort nach der Krise losreisen oder weil sie gerade in einem neuen Job in der Probezeit sind. Dann kommt man zu dem Ergebnis, dass es kurzfristig nicht nur auf der Angebotsseite, sondern auch auf der Nachfrageseite spannend sein wird. Aber letztlich, wenn ich mich in meinem Umfeld umhöre, wird neben dem Friseurbesuch vor allem der nächste Urlaub und seine Planung vermisst. Geschlossene touristische Betriebe werden durch neue ersetzt werden, ebenso wie Flug- und Kreuzfahrtkapazitäten wieder hochgefahren werden. Ich glaube also, das erste Jahr nach der Pandemie wird irgendwie stürmisch, hakelig und anders sein. Danach, denke ich, sind wir wieder beim Business „as usual“. So auch hoffentlich in der Literaturszene.

Hast Du selbst schon Reisepläne für dieses Jahr oder bist Du damit eher zurückhaltend?

Tatsächlich bin ich da zum ersten Mal in meinem Leben aus zwei Gründen sehr zurückhaltend. Als Mutter einer Zweijährigen kann ich ohnehin nicht allzu langfristig Reisen vorausplanen. Wir müssen relativ spontan entscheiden, welche Reiseart (insbesondere bei Flugreisen) gerade zum aktuellen Entwicklungsstand unserer Tochter passt. Das, gepaart mit der Coronakrise und ihren allgemeinen Auswirkungen auf das Reisen (Reisebeschränkungen, Hochrisikogebiete, in die man nicht unbedingt reisen möchte, Quarantänevorgaben, Testpflichten …) und meiner persönlichen beruflichen Situation lässt uns davon absehen, derzeit konkrete Reisepläne zu schmieden. Wir halten erst einmal durch und bemühen uns in der Krise um Schadensbegrenzung. Wenn wir dann wieder das Gefühl haben, beruhigt buchen und reisen zu können, schauen wir, was dann mit unserer wundervollen Tochter das Passende ist.

Vielleicht wird es ja eine Kreuzfahrt, Karibik mit einem Disney Schiff. Oder wahrscheinlich eher ein Roadtrip durch Italien. Wenn Langstreckenflüge kein Problem mehr für die Kleine sind, interessieren uns Utah und Mexiko sehr. Aber auch Nordlichter würden wir gerne einmal sehen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich eigentlich gehofft hatte, jetzt für Mai 2022 eine 10-tägige Auszeit auf den Malediven zu buchen. In der Zeit sollte unsere Tochter Urlaub bei den Großeltern machen. Denn am 19. Mai 2022 sind mein Mann und ich 10 Jahre kirchlich verheiratet und da habe ich mir eigentlich schon seit vielen Jahren vorgestellt, dass wir im Whirlpool unserer Over-Water-Villa auf den Malediven die 1,5 Literflasche Sekt, die uns die Villa Marburg zur Hochzeit geschenkt hat, köpfen würden. Aber so langsam verabschiede ich mich leider von diesem Traum, der sich sicher nicht für eine Last-Minute-Planung eignet.

Liebe Christiane, das klingt alles sehr spannend – und ja, wir sind auch sehr auf die Zeit nach Corona gespannt und wie sich die Reiserei entwickelt, denn unser Blog ist ja der kreative, journalistische Teil, bei dem wir unseren Kunden auch gern von eigenen Reisen berichten. Aktuell freuen wir uns aber mit Deinem Fernweh-Triller „Pilotentochter“ wenigstens virtuell auf Reisen gehen können. Vielen Dank für Deine Zeit!

Zur Autorin des Fernweh-Thrillers „Pilotentochter“:

Christiane Landgraf (geb. 1985 in Werneck) legte mit ihrem Romandebüt Social Rating und dem Nachfolger Social Hideaway ) den Grundstein für eine ganz eigene Komposition von Bewährtem und ihrer eigenen, unverwechselbaren erzählerischen Note.

Liebevolle Mutter, leidenschaftliche Ehefrau, fränkische Journalistentochter, Mrs. Geradeheraus, Marketingfachkraft, Eventmanagerin, PR-Spezialistin, Organisationstalent, loyale Freundin, leidenschaftliche Gastgeberin, Katzenmama, einfühlsame Zuhörerin und verletzliche Seele. Es gibt zahlreiche Schubladen, in denen Christiane Landgraf mit mindestens einem Fuß steckt. Allerdings gibt es keine, in die all ihre Facetten zugleich passen. Der Versuch, ihre immense Kreativität zu bändigen, scheitert also mit der gleichen Zwangsläufigkeit wie der Versuch der Schildbürger, das Sonnenlicht einzufangen.

Ihre unbändige Lust zu erzählen, die Liebe zu inspirierenden und packenden Themen und eine einmalige Gabe, auch kritische Entwicklungen in der Gesellschaft erzählerisch gekonnt zu hinterfragen, fließt mit viel Herzblut in ihre romantischen Fernweh-Thriller ein.

Zu Kaufen:

Bestellt werden können alle Bücher im Online Shop des Wellengeflüster Verlags. Wer unseren Code „BS001“ bei der Bestellung eingibt, verweist damit auf uns und spült ein bisschen Geld in unsere Kaffeekasse. Alternativ kann der Fernweh-Thriller „Pilotentochter“ auch online HIER bestellt werden.

Also, wer die Bücher des Wellengeflüster-Verlages näher kennenlernen möchte, kommt einfach mal in unseren Lounge zum Stöbern.

Sobald es möglich ist, wird es sicher auch wieder eine „Wohnzimmer-Lesung“ mit bekannten Gesichtern bei uns geben. Unsere Reiselounge ist ja groß genug dazu und wir freuen uns auf Gäste. Vielleicht sitzt die liebe Christiane Landgraf dann ja auch mal hier zu einer Lesung ihres Fernweh-Thrillers „Pilotentochter“ auf unserer Couch.

Weitere Buchtipps findet ihr HIER

Ein Gedanke zu „Pilotentochter – Fernweh-Thriller

  • 27. März 2021 um 21:35
    Permalink

    Vielen Dank für das Interview! Natürlich werde ich, wenn es wieder Veranstaltungen geben darf, sehr gerne eine Lesung bei euch geben.

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.