Expedition mit der World Voyager

Wenn jemand zu mir sagt, ich bin auf Expedition mit der World Voyager von nicko-Cruises, würde ich erwarten, dass es in die Antarktis geht. In Zeiten von Corona ist das weit gefehlt. Wir waren vom 20. bis 23. Juli auf einer Kurz-Expedition vor der Deutschen Küste. Start- und Zielhafen der Reise war Kiel. Die Route führte uns durch die Kieler Förde nach Flensburg. Von Flensburg ging es vorbei an den Ochsen-Inseln nach Boltenhagen, genauer gesagt, lagen wir auf Reede vor Boltenhagen -mit Blick auf das Dorfhotel und die Küste. Von dort ging es zum letzten Stopp nach Wismar und wieder zurück nach Kiel.

Anreise am 20.07.2021

Für uns ging es am Dienstagmorgen mit dem Auto nach Kiel. Wir hatten Valet-Parken bei Parken & Meer gebucht und wussten, wir können unseren Auto-Schlüssel direkt am Ostsee-Kai, dem Liegeplatz der World Voyager übergeben. Als wir noch unterwegs waren, bekamen wir bereits einen Anruf, wann wir denn planten da zu sein, damit jemand Schlüssel und Auto in Empfang nehmen könne. Es hat perfekt geklappt. Wir fuhren gleichzeitig mit dem Parkservice auf den Parkplatz.

Das Auto konnten wir bereits abgeben, aber das Gepäck noch nicht, denn die Gepäck-Abgabe begann erst um 14:00h; der Check-In sollte dann um 15:00h beginnen. Freundlicherweise durften wir unsere Koffer bei Parken & Meer deponieren, die sie dann für uns bei der Gepäckaufgabe abgegeben haben. Wir brauchten uns dann zum Check-In nicht in die Schlange für die Gepäck-Abgabe einreihen, sondern konnten/durften direkt zum Check-In.

Check-In

Für uns hieß das, erstmal den vom Check-In Personal ausgehändigten Gesundheitsbogen – in dem auch die Covid-19-Impfungen abgefragt wurden – ausfüllen und dann weiter zum nächsten Test. Dieser Test war dann eine Messung der Körper-Temperatur, Prüfung der Sauerstoffsättigung im Blut und der aktuelle Puls. Als dies alles eingetragen war, wurde noch „asymptomatisch“ eingetragen und es ging weiter.

Am nächsten Stopp durften wir dann die Gesundheitsfragebögen und die Ergebnisse des Antigen-Schnelltests vom Vortag abgeben und bekamen das „Go“ für den Eingang in den Hafenbereich. Wir kamen ihr näher: unserer Expedition mit der World Voyager von nicko-Cruises.

Das Expeditions-Schiff WORLD VOYAGER von nicko Cruises
am Ostsee-Kai in Kiel

Schnell ein paar Fotos vor dem Schiff gemacht und dann ging es zur Gangway. Hier wurde nochmal unser Handgepäck dekontaminiert, wir mussten erneut die Hände desinfizieren und durften endlich die Gangway betreten. Oben angekommen, musste das Handgepäck noch durch den Security-Check, und wir mussten unseren Mund-Nasen-Schutz entsorgen und bekamen einen neuen. Es gab erneut Hand-Desinfektion und danach ein frisches Tuch zum Hände reinigen. Schon waren wir auf der Zielgeraden zur Rezeption, um unsere Bordkarte in Empfang zu nehmen und offiziell einzuchecken. Auf dem Weg dorthin bekamen wir noch einen Sekt gereicht.

Endlich auf dem Schiff

Wir wurden dann zur Kabine begleitet und haben unser ZuHause für die drei Nächte bezogen. Nachdem die Kabinen-Fotos gemacht und der Sekt leer waren, machten wir uns dann auf, das Schiff zu erkunden. Unser Ziel war ja, alles zu sehen und dennoch möglichst wenige Menschen auf den Bildern zu haben.

Als wir dann nach der Besichtigung am Pool-Grill noch eine Kleinigkeit essen wollten, hat es nur noch bis zum Getränk gereicht, denn für eine Essens-Bestellung hat sich niemand zuständig gefühlt. Wir bekamen immer nur gesagt, es käme ein Kollege. Es ging auf 17:15h zu und in Kürze sollte die obligatorische Seenotrettungsübung an unserer Musterstation stattfinden. Die Rettungsweste war mitzubringen. Wir bekamen während der Übung nur kurz gesagt, wie sie anzulegen sei – was bei dem Exemplar wirklich nicht einfach war – und dann war die Übung auch schon beendet.

Das erste Sail Away

Endlich ging es zum Sail Away für unsere Expeditions-Kreuzfahrt vor Deutschlands Küsten mit der World Voyager von nicko Cruises. Wie bei anderen Expeditionsschiffen auch, gibt es nicht wirklich eine Außenbar, die genutzt werden kann, d.h. wer zum Sail Away etwas zu Trinken genießen möchte, muss es sich von der Pool-Bar mitnehmen.

Um 19:00h war das Abendessen im A La Carte-Restaurant angesetzt. Wir wurden zu Zweit an einem Tisch für vier Personen platziert, so dass ausreichend Abstand zu den Nachbartischen war. Der Service war gut und es klappte alles. Dann kam jedoch eine Kollegin und wollte sich zu uns gesellen und ab dem Zeitpunkt war alles irgendwie „Murphy’s Law“. Wir mussten an einen anderen Tischen wechseln, des Abstands wegen – unterm Strich war der dann aber nicht mal so groß, wie beim ursprünglichen Tisch. Unsere bereits bestellten Speisen wurden dann erst an den alten Tisch gebracht und konnten nicht zugeordnet werden. Dieser Tisch war inzwischen neu besetzt. Wir haben dann schlussendlich drei Mal das Abendessen bestellt, bis es dann kam.

Im Anschluss gab es noch in der Observation Lounge und in der Main Lounge die Möglichkeit gemütlich was zu Trinken und zu Plaudern. Es zog uns dann doch auf die Kabine und ins Bett und wir konnten bei leichtem Seegang und Meeresbrise wieder richtig gut schlafen.

Flensburg am 21.07.2021

Der nächste Morgen bescherte uns die Einfahrt in die Flensburger Förde entlang der Ochsen-Inseln und wir machten gegenüber der Altstadt fest. Wer also nach dem Frühstück in die Stadt wollte, musste sich zu Fuß oder mit dem Taxi auf den Weg machen. Für mich gab es das „Boot-Office“ und somit den Tag an Bord.

„Boot-Office“ – Home-Office mal anders

Für einen Teil der Gäste stand die erste der zwei geplanten Zodiac-Ausfahrten auf dem Programm. Hier gab es sogar noch freie Plätze, so dass man spontan noch „aufspringen“ konnte. Diese Zodiac-Touren waren kostenlos für die Gäste.

Zodiacs des Expeditions-Schiffes World voyager von nicko cruises
Zodiacs der World Voyager… warten in Flensburg auf die Gäste

Abends war Gala-Abend und so gab es vor dem Abendessen noch die Vorstellung des Kapitäns und der Offiziere, begleitet von einem Glas Sekt und kleinen Häppchen und dann ging es zum Abendessen.

Das Sail Away aus der Flensburger Förde konnten wir entsprechend vorher nur kurz genießen – bei Traumwetter. Vor dem Restaurant gab es die, für den Tag übliche, Temperatur-Messung.

Wir hatten Glück und bekamen noch einen Tisch draußen, so dass wir gemütlich die Aussicht, den Abend und den wirklich wundervollen Sonnenuntergang genießen konnten. Es war ein sehr schöner Abend und es klappte alles auf Anhieb, wie eigentlich schon den ganzen Tag.

Als es dann doch ein bisschen frisch wurde, zog es uns in die Observation Lounge für einen letzten Absacker.

Boltenhagen & Wismar am 22.07.2021

Für uns gab es – auf Reede vor Boltenhagen liegend – wieder das Frühstück draußen und dann hieß es für uns „Die Zodiacs warten“. Es ging direkt los mit Richtung der Boltenhagener Steilküste.. mal schneller, mal langsamer. Geschuldet war das der geringen Wasser-Tiefe und möglichen Untiefen. Nach der Rückkehr, die Ausfahrt ging ca. eine Stunde, haben wir es uns auf dem Sonnendeck gemütlich gemacht und einfach mal die Ruhe genossen. Wir hatten ja nicht lange Pause.

Mittagessen gab es immer am Pool-Grill LIDO und auch als Mehrgang-Menü im A La Carte-Restaurant. Uns zog es jedoch immer auf einen Burger, Tacos oder einfach Hähnchenbrust Terriyaki an den Lido-Grill. Hier gab es übrigens auch leckere Limonaden – Ingwer z.B. oder Mango/Maracuja.

Bereits während des Mittagessens lichteten sich die Anker und es ging weiter in die Hansestadt Wismar – eine immer wieder schöne Stadt, die sich sehr schnell entwickelt. In Wismar waren wir bereits im letzten Jahr auf einem Spaziergang durch die Stadt unterwegs und so genossen wir jetzt eine Stadtrundfahrt im Doppeldecker-Bus mit Live-Moderation. Hinterher ging es für uns zur Bier-Verkostung ins Brauhaus am Lohberg.

Zum Sail Away waren wir draußen an der Bug-Spitze mit einem Aperol Spritz und lauschten dem Shanty-Chor, der uns auch im letzten Jahr verabschiedet hatte. Schön war’s. Da es doch schon später und kühler war, gab es das Abendessen dieses Mal im Innenbereich des Restaurants. Im Anschluss noch einen Cocktail, dann ging es auf die Kabine, denn am Folgetag waren die Zeiten straff getaktet.

Was ich besonders fand, war die „offene Brücke“. Wir durften auf die Brücke, Fotos machen, Fragen stellen und der 2. Offizier hatte nur Zeit für uns – denn die meisten Gäste waren unterwegs in Wismar. Das ist für mich ein absoluter Plus-Punkt auf der World Voyager, man sagte uns, es sei für die Reederei ganz wichtig, dies anzubieten. Es sei schließlich Expedition.

Check-Out und Heimreise am 23.07.2021

Bereits um 7:30h sollten die Koffer zur Abholung vor der Tür stehen, um 8:00h galt es die Kabine zu verlassen und um 9:00h sollte unsere Expedition mit der World Voyager von nicko-Cruises mit dem Verlassen des Schiffes enden. Wir haben ein letztes Mal draußen gefrühstückt und dann ging es schon Richtung Heimat. Im Terminal angekommen, kam dann der Anruf von Parken & Meer, wann wir denn kämen und so konnten wir direkt vor der Tür wieder unser Auto in Empfang nehmen und uns auf den Weg Richtung Büro machen.

Fazit zur Expeditions-Reise mit der World Voyager von nicko Cruises

Für eine 3-Tage-Reise fand ich den Aufwand mit allen Tests etc. schon wirklich immens, auf der anderen Seite vermittelt es aber auch das Gefühl von Sicherheit und einem funktionierenden Konzept. Am ersten Tag war dann an Bord soviel durcheinander, dass ich am liebsten wieder abgestiegen wäre. Die restlichen Tage waren dann aber wirklich so, wie man sich eine Kreuzfahrt vorstellt. Es war sicherlich noch nicht alles perfekt, aber zumindest war ein durchgängig guter Prozess-Ablauf erkennbar. Zum ersten Tag sei gesagt, es war der Beginn der ersten Reise nach einer Corona-Pause und – gleichzeitig mit uns – ist auch teilweise neue Crew aufgestiegen, die direkt mit in den Prozess-Ablauf integriert war. Das Einzige was mir daran nicht gefällt, ist die Tatsache, dass die „frisch aufsteigende“ Crew nicht erst in Quarantäne musste – zumindest an Bord. Vielleicht waren sie ja vorher in einem Quarantäne-Hotel untergebracht. Grundsätzlich würde ich aber jederzeit eine Expeditionskreuzfahrt mit der World Voyager von nicko Cruises empfehlen, wenn die Route entsprechend passt.

Echt witzig sind natürlich auch die Kabinen mit absenkbarem Panoramafenster – eine tolle Alternative zur Balkonkabine.

z.B. Kabine 639

Ihr möchtet selber gern mal auf Expedition gehen? Vielleicht auch mit der World Voyager oder dem Schwesterschiff – der World Explorer? Wir finden gemeinsam heraus, welches die richtige Route und Reederei für Euch ist. Verabredet einen Termin mit uns und schon sind wir der Expedition eine Eisscholle näher gekommen. Wir beraten Euch gern.

Vielleicht interessieren Euch ja auch unsere anderen Reiseberichte? Lest gern hier! .. oder Ihr möchtet einen informativen Überblick von Kreuzfahrten in Zeiten von Corona? Dann seid ihr genau hier richtig bei unserem Kreuzfahrt-Ratgeber.

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